RAINBOW´S WORLD

 

 

Chilatherina campsi

Chilatherina campsi hat eines der größten Verbreitungsgebiete in Papua Neuguinea. Man soll sie anderen Quellen zu folge in den Systemen des Markham-, Ramu- und Sepik-River (hierbei handelt es sich evtl. Chilatherina pagwiensis) gefunden werden.

Während meiner Reise konnte ich drei Biotope besuchen. Zwei von ihnen münden in den Omsis-River laut unserer Karte, das soll aber nichts bedeuten, denn das Kartenmaterial von Neuguinea ist meist sehr ungenau und die Papuas haben meist auch andere Bezeichnungen für diese Gewässer. Eines der Gewässer war ein reißender kleiner Fluss mit extremer Strömung. Wir spannten unser Zugnetz an einer Engstelle und drei Leute sprangen mit Seilen gesichert ins etwa 1,5 m tiefe Wasser um die Fische ins Netz zu treiben und die Seile hatten dabei durchaus ihre Berechtigung.

 

Die Biotope von Chilatherina campsi ähneln sich sehr derer der anderen Arten dieser Gattung. Meist sind die kleinere Bäche und Flüsse mit guter Strömung die eine leichte Teebraune Färbung aufweisen. Dabei steht Chilatherina campsi sehr gern direkt in der Strömung und die Männchen stellen sich gern so ins rechte Licht das sie von den Weibchen wahr genommen werden.

Chilatherina campsi ist die einzige Art ihrer Gattung die auch auf der südlichen Seite des Gebirges zu finden ist. Unser Geologe Sebastian (Basti) Scherer ist der Meinung das es sich dabei um eine Abbruchkannte handelt, die den Lauf dieses kleinen Baches verändert hat.

 

Dieser Bach führt allerdings klares kalkhaltiges Wasser. Die Fische aus diesem Biotop wiesen einen kleinen morphologischen Unterschied zu ihren Verwandten auf der anderen Seite auf. Der kleine Bach ist recht Nahrungsarm, bietet aber jede Menge Aufwuchs in Form einer weichen fädigen Alge. Wir konnten die Fische immer wieder dabei beobachten wie sie diese abweideten. Dieser Umstand hat dazu geführt das nahezu alle Fische eine überstehende Oberlippe haben. Dies könnte eine Anpassung an die Lebensumstände in diesem Biotop sein.

Chilatherina campsi ist einer meiner Lieblingsfische. Anfänglich hab ich mich sehr schwer getan mit ihnen. Sie sind anfällig beim umsetzen und verkrampfen sehr oft dabei. Einige Tiere habe ich bei solchen Aktionen auch schon eingebüßt. Aber irgendwie sind wir doch Freunde geworden. Dies liegt vor allem an ihrem Wesen, ist es doch der Typ Fisch der ständig die Strömung sucht.

 

Wenn man weiß wo Chilatherina campsi lebt, dann kann man sich auch vorstellen welche Bedingungen sie im Aquarium benötigen. Auch wenn dieser schlanke Fisch mit 8-12 cm (wird nur im Aquarium erreicht) nicht all zu groß wird, so benötigt er geräumige Aquarien mit viel Strömung. Zudem sind sie keine Kostverächter und auch die Menge der Nahrung sollte den Lebensumständen angepasst werden.

Chilatherina campsi ist ein saisonaler Dauerlaicher. Sein bevorzugtes Laichsubstrat ist grober Kies, hier entwickeln sich deutlich mehr Eier zu Larven als dies mit den allzeit bewährten Wollmopps der Fall wäre. Die Larven wachsen anfänglich recht zügig um ab Mitte des 2. Monats etwas in Lethargie zu verfallen. Dennoch kann man ihn schon mit 5 Monaten an Interessenten weitergeben.

 

Zwei kleine Gegebenheiten seien noch am Rande erwähnt. In einem Biotop konnten wir Abends ein Temperatur von 28°C messen. Am nächsten Morgen und einem schweren Regenguss im Gebirge der den Bach erheblich anschwellen ließ waren es nur noch 16°C. Das sind schon extreme Bedingungen, die aber nur hin und wieder einmal auftreten. Die zweite Gegebenheit: Wir konnten kaum Futtertiere nachweisen und auch Aufwuchs war nur sehr spärlich vorhanden. Darum gehen wir davon aus das die Hauptnahrung von Chilatherina campsi der eigene Laich und die daraus schlüpfenden Larven sein müssten, zumal auch kaum Larven festgesellt wurden. Reichlich Jungfische von Chilatherina campsi konnten wir an der Mündung der Bäche in den Hauptfluss finden. Hier ist das Nahrungsangebot auch besser, allerdings ist auch die Konkurrenz an Räubern deutlich größer.