RAINBOW´S WORLD

 

 

Die Lebensräume der Regenbogenfische

Unsere Regenbogenfische sind so ziemlich am weitesten von Europa entfernt wie es geht. Kann man einen Malawi- oder Tanganjika-See in ein paar Stunden von Europa aus erreichen, so braucht man schon fast 30 Stunden um vor einem Biotop mit Regenbogenfischen zu stehen. Ihre Heimat ist das australische Festland, die Insel Neuguinea und einige Inseln im Seegebiet zwischen Australien und Neuguinea. Ihre nächsten Verwandten im Süßwasser leben auf Madagaskar (Bedotia- und Rheocles-Arten) und auf Sulawesi.

Australien

 

Australien ist einer der heißesten und trockensten Gebiete der Erde. Vor allem das Landesinnere ist extrem Lebensfeindlich. Dennoch konnte hier eine unglaubliche Fauna entwickeln. Die Tierwelt Australiens ist einmalig. Säugetiere bringen Embryonen zur Welt, die dann in einem Beutel von der Mutter getragen werden oder die Schnabeltiere, Säugetiere mit einem Entenschnabel und einem Biberschwanz die zu allem Unverständnis auch noch Eier legen.

Blauohr-Honigsauger

 

In Australien leben aber auch noch eine Vielzahl anderer Lebewesen. Vor allem der Formenreichtum unter Papageien und Sittichen sucht seines Gleichen auf der Welt. Sie haben sich hervorragend auch an die trockensten Lebensräume angepasst. Allerdings herrscht die größte Artenvielfalt in den tropischen Regenwäldern. Sie sind auch die Heimat der Regenbogenfische.

Gebirgslori

 

Drei Gattungen von Regenbogenfischen, Cairnsychthys, Melanotaenia und Rhadinocentrus, findet man in Australien, dazu kommen noch die Blauaugen der Gattungen Pseudomugil und Scaturiginichthys. Fast alle Gewässertypen werden von unseren Regenbogenfischen bewohnt, vornehmlich aber findet man sie in Fließgewässern. Hier bei spielt es keine Rolle ob es sich um Schwarz- oder Klarwasser handelt. Auch in Teichen, den sogenannten Billabongs kann man vereinzelt Regenbogenfische finden. Meist handelt es sich um Gewässer mit kiesigen Bodengrund und ohne Wasserpflanzen. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Rosakakadu

 

Auch an geeigneter Flora hat Australien einiges zu bieten. So kann man Aponogeton-, Bacopa-, Limnophila-, Pogestemon-, Vallisneria- und Nymphea-Arten bestaunen, aber leider nicht ausführen. Der Reichtum daran ist schier unerschöpflich und viele Arten sind in rötlichen Farbtönen zu sehen. Was Unterwasser schon erstaunlich ist, setzt sich über Wasser ungebremst fort. Es ist erstaunlich was die Evolution alles hervorgebracht hat.

Flughund

 

Das wohl interessanteste Lebewesen Australiens kann man sogar aus dem All sehen. Es ist das Great Barrier Reef. Der Artenreichtum in diesem Gebilde ist schier Unerschöpflich und nur an ganz wenigen Orten auf der Erde ebenbürtig.

Melanotaenia trifasciata vom Wonga Creek

 

Neuguinea

 

Neuguinea ist die zweitgrößte Insel der Erde und unterteilt in Westpapua, das von Indonesien verwaltet wird und Papua-Neuguinea, das lange Zeit unter australischem Protektorat stand. Diese Einflüsse kann man immer noch deutlich erkennen. Westpapua dient vor allem als Auffangregion für Migranten von den völlig überbevölkerten Inseln Bali und Sulawesi. Indonesien steckt viel Geld in die Infrastruktur und bietet den Neuankömmlingen fertige Siedlungen an, damit sie hier her Übersiedeln. In Papua-Neuguinea ticken die Uhren ein ganzes Stück langsamer. Zwar hat Australien versucht die Infrastrukturen anzukurbeln und es gibt auch eine recht gute Ringstraße um ganz Papua und auch einige der Stichstraßen in die entlegensten Gebiete sind mehr als o.k., jedoch ist vieles dort noch sehr traditionell Veranlagt. Die Papuas sind sehr schwer zur Arbeit zu bewegen. Dazu braucht es vor allem die Jugend die etwas bewegen will, aber die suchen ihr heil meist in den größeren Orten.

Breitbinden-Allfarblori, Trichoglossus hematodus h
Breitbinden Allfarblori, Trichoglossus h. hematodus

 

Die Natur Neuguineas ist atemberaubend. Noch gibt es sie, die undurchdringlichen Regenwälder die kaum einen Menschen gesehen haben. Noch kann man den Dschungel sehen hören, riechen und fühlen. Aber weit in der Ferne singen schon die Motorsägen. Es wird nicht mehr lange dauern und dann zieht auch in die entlegensten Landstriche die moderne Welt mit all ihren Annehmlichkeiten ein und ein großes Stück der Kultur der Papuas wird für immer verschwinden.

Raggiana-Paradiesvogel

 

Atemberaubend ist auch die Tierwelt Neuguineas. So kann man mit sehr viel Glück Paradiesvögel an ihren Tanzplätzen beobachten. Vielleicht trifft man auch auf einen der seltenen Helmkasuare. Mit Sicherheit wird man aber eine Vielzahl an Tauben sehen und auch Papageien gibt es reichlich. Sehr oft werden die sehr neugierigen Loris von Einheimischen gehalten. Meist fliegen sie Tagsüber umher und kommen zwischendurch immer wieder mal um sich an gezuckerter Kondensmilch oder Zuckerwasser zu erfreuen.

Helmkasuar

 

Natürlich gibt es auch jede Menge Regenbogenfische auf Neuguinea. Während man die Gattungen Chilatherina und Glossolepis nur nördlich der Gebirgskette findet, so findet man die Gattung Melanotaenia auf ganz Neuguinea. Ihre Lebensräume werden zunehmend bedroht, denn Neuguinea ist reich an Rohstoffen. Vor allem Gold und Kupfer werden im ganz großen Stil abgebaut. Selten halten sich die Unternehmen dabei an geltende Bedingungen und internationale Verträge. Nicht selten gelangen chemische Cocktails in die Flüsse und sorgen damit für massive Fischsterben. Zwar protestieren die Papuas gegen diese Bedingungen, aber die Regierung unternimmt nichts gegen solche Machenschaften. Nur allzu oft sitzen irgendwelche Verwandte in den Aufsichtsräten und Gremien der Konzerne.

Bergbau

 

Eine weiter Bedrohung ist die schnelle Rodung ganzer Landstriche. Der Regenwald Neuguineas ist einer der größten Wasserspeicher unserer Erde. Das Wasser, das der Regenwald nicht aufnehmen kann bildet die gigantischen Flüsse dieser Insel. Gnadenlos wird dieser Wald gerodet, um darauf Ölpalmen anzupflanzen. Palmöl ist ein wichtiger und vor allem sehr billiger Rohstoff mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Aus solch einer Plantage holt man in der Regel 20 bis 25 Jahre Ertrag heraus. Danach werden sie in der Regel brach liegen gelassen. Durch diese großflächigen Monokulturen, die größte Plantage die ich überflogen habe erstreckte sich über 55 km², kommt es nach dem Absterben der Palmen zu großflächiger Bodenerosion. Diese schädigt nicht nur diese Ebene und macht sie unfruchtbar. Die Auswirkungen sind viel weitreichender, denn durch die teils extrem starken Regenfälle wird Sediment bis in die Meere getragen hier ersticken sie regelrecht die Korallenriffe und spätestens ein paar Stürme später erfüllen sie nicht mehr ihr Schutzfunktion und die Wassermassen prallen gnadenlos auf das Festland.

Ölpalmen

 

Sicher sollte man diesen Völkern einen gewissen Wohlstand zugestehen, jedoch kommt vom Rohstoffreichtum meist nichts bei den Menschen an. Viele Konzerne importieren ihre Arbeitskräfte aus anderen Regionen unseres Planeten, Hauptsache sie sind billig. Mit ihnen wird das Land ausgelutscht bis nichts mehr geht bis die modernen Industrienomaden weiterziehen um den nächsten Ort zu zerstören. Zurück bleibt eine Bevölkerung der alles genommen wurde und das alles zum Wohle unseres Wohlstandes. Aber ist es denn unser Wohlstand? Nein, diesen Wohlstand genießen einige wenige Reiche. Aber diese Reichen zerstören den Lebensraum aller Lebewesen und aller Menschen, auch ihren eigenen.

Melanotaenia irianjaya