GLOSSOLEPIS

 

Auch das Verbreitungsgebiet der Gattung Glossolepis beschränkt sich auf den nördlichen Teil Neuguineas. Im Gegensatz zu den Arten der Gattung Chilatherina bevorzugen Glossolepisarten stehende bis sehr langsam fließende Gewässer. Eine Ausnahme bilden hier die beiden Arten Glossolepis maculosus und Glossolepis ramuensis. Sie gehören jedoch auch nicht zu den typischen Glossolepis. Auf Grund ihres Vorkommens benötigen die Arten der Gattung Glossolepis insbesondere zur Zucht wärmere Temperaturen. Die Haltung jedoch kann durchaus bei Temperaturen zwischen 23 und 26°C erfolgen.

Fische der Gattung Glossolepis besitzen eine Schuppenhaut die im Allgemeinen als Kammschuppen bezeichnet werden. Fische mit Kammschuppen neigen beim Transport dazu sich Gegenseitig zu verletzen. Das führt wiederrum dazu das Glossolepis beim eingewöhnen immer eine leicht trübe Schleimhaut bekommen. Sollte dies beim Eingewöhnen passieren, so sollte umgehend eine Behandlung mit antibiotischen Wirkstoffen erfolgen. Mal einfach "eine Hand voll Salz ins Becken hauen" bringt nichts. Es wird die Heilung zwar fördern, kann sie aber nicht heilen. In der Regel handelt es sich bei diesen Trübungen um bakterielle Schleimhautentzündungen.

 

Glossolepis incisus

Als im Erfurter Aquarium diese Art zum ersten Mal ausgestellt wurde, wollte ich sie natürlich auch erwerben. Leider erlaubte das mein Budget eines Schüler nicht den Lachsroten Regenbogenfisch damals zu erwerben. Erst 25 Jahre später zog Glossolepis incisus bei mir ein. Leider hab ich mit ihnen auch schon so manches Lehrgeld bezahlt. Da es sich um die erste Glossolepisart handelte die bei mir einzog starben die meisten Tiere an der oben beschriebenen Infektion.

Glossolepis incisus gehört zu den recht groß werdenden Arten. Mit rund 15-22 cm und vor allem dem mit zunehmendem Alter immer höher werdenden Rücken sind sie durchaus imposante Erscheinungen in jedem Aquarium. Ausgewachsene Männchen können gegenüber ihren Artgenossen sehr ruppig werden. Männchen die diesem Druck nicht standhalten und sich nur in den Ecken verdrücken sollten aus dem Haltungsaquarium entfernt werden. Ansonsten gestaltet sich die Haltung recht einfach und auch die Zucht bereitet keine größeren Probleme. Allerdings wachsen die Larven nur sehr langsam zu Jungfischen heran.

Leider bekommt man über den Fachhandel keine wirklich schönen Glossolepis incisus mehr. Meist schwimmen nur farblose Gestallten durch die Becken, die zudem auch noch übermäßig viele Glanzschuppen besitzen. Das dürfte wohl auch an den Zuchtbedingungen liegen. In Asien werden die Fische bei 30°C regelrecht hochgedampft. Auf diese Weise wird die Verkaufsgröße deutlich schneller erreicht, allerdings bekommen die Fische kaum Farbe mit auf ihrem Weg. Wer sich für Glossolepis incisus interessiert, sollte versuchen innerhalb der IRG Nachzuchttiere zu erwerben. Hier ist die Qualität noch auf einem sehr hohen Niveau.

Glossolepis maculosus

Eine extrem begehrte, allerdings auch recht heikle Glossolepisart. Sie bewohnt langsam fließende Gewässer. Für eine erfolgreiche Haltung empfiehlt es sich öfters kleiner Wasserwechsel zu machen. Die Fische danken es mit Farbe und Vitalität. Auch die Haltung im Gesellschaftsaquarium ist nicht zu empfehlen. Glossolepis maculosus lässt sich leicht unterbuttern. Stress vertragen Glossolepis maculosus nicht und oft sterben sie ohne ersichtlichen Grund.

Für eine erfolgreiche Haltung sollte man ein Artaquarium wählen. Auf Grund der geringen Endgröße von etwa 7 cm reicht für eine Gruppe von etwa 15 Fischen ein Aquarium von 100 x 40 x 50 cm aus. Ich selbst halte etwa 20-25 Fische von Glossolepis maculosus in einem 240 Liter fassenden Aquarium und es ist immer Bewegung im Aquarium. Zudem kommen hier die etwas dezenteren Farben voll zur Geltung.   

Auch die Zucht ist nicht einfach. Am ehesten gelingt dies mit recht jungen Fischen. Bei Tieren ab einem Alter von drei Jahren ist die Ausbeute an Eiern sehr gering. Ein weiteres Problem stellt die Fütterung der Larven da. Glossolepis maculosus-Larven warten darauf dass ihnen das Futter ins Maul schwimmt. Außerdem sind sie recht klein, so dass man mit Rädertierchen füttern muss. Diese halten aber nicht lange. Deshalb gibt es bei mir Bananenschalen als Futter. Auf diese Weise konnte ich eine größere Menge dieser schönen Art aufziehen. Ein kleines Problem besteht allerdings noch bei der Umstellung auf größere Futtersorten und auch Trockenfutter wird nicht immer bereitwillig genommen.

Glossolepis multisquamata

Diese etwa 12-15 cm groß werdende Art mit ihrer imposanten Beflossung stellt eine Bereicherung der Aquaristik dar. Bei meinen Tieren habe ich festgestellt dass sie lieber etwas wärmere Temperaturen bevorzugen. Ab 23°C zeigen die Fische kaum noch Farbe. Außerdem benötigen sie recht oft größere Wasserwechsel.

Für die Zucht sollte man eine kleine Gruppe aus drei Männchen und sieben bis acht Weibchen in ein 100-Liter-Becken geben. Vor allem junge Glossolepis multisquamata sind Laichräuber. Zudem sollte man nur die schösten Männchen zur Fortpflanzung bringen. Nicht alle Männchen bekommen diese wunderbare Beflossung.

Ein Ansatz bei gut konditionierten Fischen sollte höchstens fünf bis sechs Tage dauern. Danach befinden sich genug Eier im Ansatzbecken. Schon einen Tag später findet man die ersten Larven und für Glossolepis-Verhältnisse wachsen sie sehr zügig. Bis  allerdings die wahre Pracht dieser Regenbogenfische bewundern kann streicht schon mal ein Jahr ins Land. 

Glossolepis pseudoincisus

Seit 2006 gibt es wieder einen reinen Stamm in der Aquaristik. Beim Erstimport waren Weibchen vertauscht worden, die Nachzuchten jedoch gelangten als Glossolepis pseudoincisus in den Handel.

Die Art ist recht anspruchslos und vor allem erlangen die Fische selten eine Größe von 10 cm. Außerdem lassen sich Glossolepis pseudoincisus problemlos im Gesellschaftsaquarium unterbringen. Das macht sie zu idealen Pfleglingen auch für Anfänger der Regenbogenfischhaltung.

Die Zucht ist einfach und produktiv wenn die Tiere eine gewisse Größe erreicht haben. Vorher werden die Eier meist von den Eltern gefressen. Die Larven dieser Art wachsen bei mir sehr schnell zu stattlichen Jungfischen heran. Nach etwa vier Monaten lassen sich die Geschlechter unterscheiden.