MELANOTAENIA
Von allen Gattungen der Regenbogenfische ist die Gattung Melanotaenia am weitesten verbreitet. Ihr Gebiet erstreckt sich vom gesamten Neuguinea über die vorgelagerten Inseln bis nach Australien. So ist es nicht verwunderlich das es auch zwischen den einzelnen Arten riesige Größenunterschiede gibt. Das weiteste Verbreitungsgebiet für eine Art dürfte dabei Melanotaenia trifasciata haben. Sie besiedelt das gesamte nördliche Australien und einige ihr sehr nahe stehenden verwandte Formen bzw. Arten gibt es in Neuguinea sowie auf den Aru-Inseln.
An die Haltung stellen die meisten Arten keine großen Ansprüche. Gewährt man ihnen Aquarien mit reichlich Schwimmraum und liegen die Temperaturen zwischen 20 und 28°C, dann fühlen sich die meisten Arten wohl und auch die Zucht ist recht einfach.
Melanotaenia affinis
Melanotaenia affinis kommt mit seinen vielen Formen aus dem nördlichen Neuguinea. Die bekannteste Variante dürfte die aus Pagwi sein. Ich selbst hatte einige Jahre die Variante aus dem Bluewater Creek. Die Größe der einzelnen Fundortvarianten reicht von 10-13 cm. Zudem sind vor allem die Fische von Pagwi sehr "robust".
Melanotaenia angfa
Melanotaenia angfa stammt aus dem Yakati River. Meine Tiere weisen eine Orange Färbung auf, es gibt aber auch schon Tiere die fast das Aussehen von Melanotaenia parva haben. Die Endgröße liegt etwa bei 10 cm.
Das ist die Art, zu der wohl die meisten Aquarianer in irgendeiner Form schon mal Kontakt hatten. Typusfundort dieser Art ist der Ayamarusee. Eine weitere Fundortvariante kommt aus dem Lake Aitinjo. Beide Varianten sind in der IRG vorhanden. Während Tiere aus den Ayamarusee eher gelblich gefärbt sind, so ist die Variante aus dem Lake Aitinijo eher Orange. Im Laufe der Jahre wurde aber durch Zuchtauslese auch aus der Ayamaruvariante die Orange Farbe heraus gekitzelt und hin und wieder gibt es auch fast rote Melanotaenia boesemani.Tiere aus dem Handel erreichen selten die Farbe der Ursprungstiere. Wer wirklich schöne Melanotaenia boesemani haben möchte sollte sich an private Züchter wenden.
Melanotaenia duboulayi ist an der Ostküste Australiens weit verbreitet. Während die Fundortvarianten aus dem Norden es gern etwas wärmer hätten, benötigen vor allem die Varianten ab Brisbane Südwärts eine Ruhezeit bei kühleren Temperaturen. Ich selbst hatte einige Jahre lang drei Varianten in meinem Bestand: Gin Gin Creek, Kangaroo Creek und Maroochy River. Vor allem die Variante aus dem Maroochy River benötigt eine Ruhezeit, bei der die Temperatur auch mal auf 12-15°C fallen darf. Die Variante aus dem Gin Gin Creek benötigt Temperaturen von 20-25°C und die vom Kangaroo Creek liegt so etwa in der Mitte der beiden.
Allen Arten gemein ist die enorme Fruchtbarkeit. Ich hatte pro Ansatz immer mehrere Hundert Junge. Die meisten enden dabei irgendwann als Lebendfutterund auch das Wachstum ist sehr gut und nach etwa fünf Monaten kann man die Jungfische abgeben. Auffallend ist auch der Größenunterschied bei den drei Varianten. Während Gin Gin Creek nur etwa 10-12 cm Länge erreichten wurden die beiden anderen 12-18 cm groß.
Der Lake Eacham ist die Heimat dieses lebhaften kleinen Fisches. Mir war es vergönnt den Melanotaenia cf. eachamensis "Upper Burdekin River" zu pflegen. Die Fische waren immer ein wenig scheu und neigten vor allem in Maulnähe zur Furunkelbildung. Nachzuchten waren leicht zu erzielen, jedoch war die Ausbeute nie sehr Groß.
Von Melanotaenia goldiei war bisher nur eine Variante aus dem Tapini im Hobby vorhanden. Diese Art ist die absolute Härte. Männchen und Weibchen im gleichen Aquarium zusammen, das geht nicht. Die Männchen sind derart aggressive so das Weibchen kaum eine Chance haben. Ein Zuchtansatz sollte nur in einem sehr kleinen Aquarium von 50-60 Litern erfolgen. Hier können die Männchen keinen Anlauf nehmen. Weitere Versuche mit dieser wirklich schönen Art werde ich wohl nicht mehr unternehmen.Seit einiger Zeit gibt es eine neue Variante von Melanotaenia goldiei. Erste Zuchtversuche haben sich eingestellt und diese Variante soll auch nicht so aggressive sein.