RAINBOW´S WORLD

 

 

Melanotaenia lacustris

Es ist noch dunkel, aber im Lager regt sich erstes Leben. Geschäftig packen wir unser Marschgepäck für diesen Tag zusammen. Noch eine heiße Tasse Kaffee und ein paar Bissen hinter die Kiemen schieben dann geht´s los. Mir wird ein 14 Jahre altes Mädchen zur Seite gestellt. Sie soll mein Gepäck übernehmen. Aber meine Kameraausrüstung gebe ich nur sehr ungern aus der Hand. Sie sagt etwas recht abfällige: "Ich hoffe das ich den Fettsack nicht die halbe Strecke tragen muss."

Immer wieder schaue ich in die Landschaft, mache einige Fotos von der Umgebung und auch ein paar Tiere hüpfen vor die Linse. Alle schauen mich ernst an, ich halte die ganze Truppe auf.

Frauenlori

Durch dichten Wald bahnen wir unseren Weg und ich kann es nicht lassen den Auslöser immer wieder zu bedienen. Langsam füllt sich meine Speicherkarte. Auch weiche ich gern mal vom Wege ab. Unserem Führer und meiner Begleiterin schmeckt das überhaupt nicht. Unbeirrt mache ich aber immer weiter, ein bisschen Rache für die Bemerkung muss schon drin sein.

Etwas später kommen uns einige Papuas entgegen. Ein kleines Palaver wird veranstaltet. Wie es sich herausstellt habe ich den Häuptling des Stammes vor mir und meine Begleiterin ist seine Tochter. Er mustert mich von oben bis unten. Dann werde ich gebeten meine Ausrüstung nieder zulegen und ihm zu folgen. Ich bin neben meiner Freundin Jennifer der einzige der mit geht. Etwa 20 Minuten später befinden wir uns mitten in einer Begräbnisstätte. Ein beeindruckende Erfahrung und eine große Ehre zugleich.

Wieder zurück ziehen wir weiter und nach fast 8 Stunden Fußmarsch kann ich ihn sehen, den Lake Kutubu. Sicher gibt es einfachere Wege, aber hier soll für Touristen eine Lodge errichtet werden und ich soll nach Freizeitbeschäftigungen in der Landschaft suchen. Dazu sollen letztendlich brauche ich die Bilder und die gesammelten GPS-Daten.

 

Ich genieße mein erstes Bad im See. Am folgenden Morgen zieht es mich gleich ans Wasser. Meine Begleiterin Naomi kann jetzt sogar lächeln und zeigt mir bereitwillig was ich im See suche. Ich schnappe mir eine Schnorchel-Ausrüstung und schwimme etwas hinaus, den am Ufer stehen jede Menge Wasserpflanzen. Auch die Sonne hat ein einsehen und ein erster Blick zeigt, es gibt sie doch. Da stehen sie in leuchtendem Blau von der Sonne erhellt, meine ersten Melanotaenia lacustris im Lake Kutubu. Zwischen durch taucht immer mal wieder ein Schwarm von Craterocephalus lacustris durch das seichte glasklare Wasser. Am Ende eine Woche voll Arbeit sind uns die Papuas ans Herz gewachsen. Durchweg  bekamen wir ihre Gastfreundschaft zu spüren und eine Freundschaft ist daraus auch erwachsen, denn die moderne Gesellschaft der Papuas hat auch Smartphones und Naomi meldet sich sehr gern einmal bei mir.

Am Ende des Trips wird mir ein kleines Geschenk überreicht. Es sind zwei Eimer mit Fischen und in einem schwimmt das Objekt meiner Begierde. Es sind einige kleine Melanotaenia lacustris.

 

Alle Fische haben es geschafft und sind vierzehn Tage später bei mir eingezogen. Sie haben auch für etwas Nachwuchs gesorgt und unsere alten Blutslinien deutlich aufgefrischt. Anfänglich war es schon schwer sie an andre Nahrung zu gewöhnen. Manches vom dargereichten Futter vertrugen sie nicht. Mittlerweile stehen sie aber wie ein Fels in der Brandung. Für eine erfolgreiche Haltung reicht ein Aquarium von 120 cm, aber größer ist eindeutig schöner. Die Zucht ist einfach und sehr produktiv und die Larven wachsen sehr schnell heran und nach rund vier Monaten sind sie soweit den Weg zu anderen Verrückten zu finden.